Wie wir zum Klettern gekommen sind

Eigentlich war es eine zufällige Begegnung, die uns im Nachhinein zum Klettern brachte. Im Frühsommer 2010 waren wir mit Mad-die-Klinge in und um Mindelheim unterwegs, als wir an einem Cache auf das Team Bulldraga stießen. Nach einem kurzen Plausch ging es dann gemeinsam weiter und nachdem Bully und ich einen ähnlichen Lebensweg beschritten haben, gab es natürlich viel zu erzählen. Irgendwann kam dann das Thema auch auf Cache, die hinter dem T eine 5 stehen haben. So kam es, dass sich Mo und ich wenig später zusammen mit den Bullys am Rand eines Steinbruchs in Treuchtlingen wieder fanden. Und während es sich der weibliche Teil des Teams Bulldraga in baldiger Erwartung des Familienzuwachses in der Sonne gemütlich machte, erklärte uns Bully(m) professionell den Umgang mit der Kletterausrüstung. An einem flachen Stück durfte ich es auch gleich einmal ausprobieren, was mir prompt die ersten blauen Flecken einbrachte ?. Und dann ging es los. Obwohl ich mich in jungen Jahren auch schon einmal von einer Steilwand abgelassen hatte (da konnte ich nicht anders und brauchte das Geld), war mir nun beim Hängen über der schroff nach unten abfallenden Kante doch ganz schön mulmig zu Mute. Hätte Bully(w) nicht eine entsprechend große SD-Karte in ihrer Kamera gehabt, wäre der Film wohl zu Ende gewesen, ohne dass man nennenswert ein Vorankommen nach unten hätte erkennen können. Die aufmunternden Worte von Bully, dass im Falle eines Seilrisses (und auch der Sicherung) es nun ohnehin schon schlecht ausgehen würde, gaben dann den notwendigen Anschubser und ich ließ mich langsam nach unten ab. Die Dose war nach kaum zwei Metern schnell erreicht und ich erinnere mich noch an die ersten Worte, welche ich im Logbuch von Bully lesen konnte, der diesen Cache schon vor ein Tagen einmal gemacht hatte.

„Super einfach“ stand da und ich zweifelte momentan an seiner Geisteshaltung – und an meiner auch, denn von diesem Menschen hing immerhin mein Leben ab, hielt er doch oben die Sicherungsleine fest. Doch dann las ich weiter. In der zweiten Zeile stand noch das Wort „geil“ und nachdem ich meinen Angstschweiß aus der Stirn gewischt hatte, entdeckte ich auch das Komma zwischen „Super“ und „einfach“, welches den feinen Unterschied in der Bedeutung dieser drei Wörter ausmachte. In der Tat, Kommas können Leben retten, wie man an dem Satz „Komm wir essen Opa“ zweifelsfrei erkennen kann. Aber ich möchte nicht abschweifen.

Nachdem ich dann auch mit zittriger Schrift meinen Logeintrag gemacht hatte, konnte ich jedoch die Worte von Bully gut nachvollziehen. Zusehens gewann ich an Sicherheit und es machte richtig Spaß, sich den Rest der Wand nach unten abzuseilen. Eben „einfach geil“.

Und als ich dann das Gurtzeug wieder nach oben gebracht hatte, war Mo an der Reihe. Dieser war nicht so lange an der Kante beschäftigt und hatte sogar den Mut, noch ein Foto von sich an der Dose zu schießen. Als auch er wieder festen Boden unter den Füßen war klar, so eine Ausrüstung brauchen wir auch.

Zwischenzeitlich sind einige Monate ins Land gegangen. Wir waren viel mit Bully unterwegs und haben eine Menge von ihm lernen können. Die Kletterausrüstung ist weitestgehend vollständig und so freuen wir uns jetzt auf wärmeres Wetter, wenn es wieder richtig losgehen kann …

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