Unser TK-Magellan-Gewinner-Wochenende im Harz

Wow, das war echt ein tolles Wochenende im Harz. Dank eines gewonnenen Preisausschreibens durften wir zusammen mit vier weiteren Gewinner-Teams vom 26. bis 27. November die Zeit in Ilsenburg bei Wernigerode verbringen. Die Techniker Krankenkasse (mit der wir bisher schon immer sehr zufrieden waren und jetzt richtige ‚Fans’ sind) und Magellan waren die Initiatoren und Sponsoren für dieses Gewinnspiel und hatten als ‚Moderatoren’ den ehemaligen Weltklasse-Triathleten und Motivationstrainer Andreas Niedrig sowie den bekannten Profi-Geocacher Markus Gründel alias schlumbum ins Boot holen können.

Wir waren im Vorfeld natürlich sehr gespannt auf Andreas Niedrig und vor allem auf Markus Gründel. Auch waren wir neugierig darauf, wer die anderen Teilnehmer sein werden und was wir an den beiden Tagen wohl erleben würden …

Und so ging es am Samstag Morgen – und es war wirklich ein sehr früher Morgen, o.k., es war faktisch noch Nacht 🙂 los in Richtung Norden. Passenderweise war am Vorabend noch ein augenscheinlich mir gewidmeter Cache (Martin die Gans, GC37YME) in den Westlichen Wäldern (das ist südwestlich von Augsburg) herausgekommen, den bis zu diesem Zeitpunkt noch niemand gemacht hatte. Was gibt es also Schöneres, den Tag mit einem FTF zu beginnen? Gedacht, getan; es gab eine kleine Kurskorrektur der ursprünglich geplanten Route und so war es etwa Viertel nach Drei, als wir den ersten Fund für diesen Tag für uns verbuchen konnten. Danach ging es aber schnurstracks auf die Autobahn und von zwei kurzen Zwischenstopps abgesehen hielt uns nichts mehr auf, auf dem Weg in den Harz.

Jetzt ist es mit dem Geocaching ja genau so, wie mit Fastfood-Filialen. Man findet überall welche. Und so stärkten wir uns kurz vor dem Ziel erst einmal in einer dieser Frühstück anbietenden Burgerburgen, ehe wir unsere erste Tagesaufgabe, fünf Baum-Klettercaches in der Nähe von Stapelburg (GC2PAYF [Bonus]), anvisierten. Das Wetter versprach herrlich zu werden und monotofi konnte im Wipfel des ersten Baumes schon gleich die ersten Sonnenstrahlen genießen. Er hat das zwar im Original etwas anders formuliert aber das könnt ihr ja dann im Podcast hören.

Nach diesem erfolgreich abgeschlossenen Kletterspaß holten wir noch einen, Dank der netten Zuarbeit von Rumburak67, bereits daheim gelösten Mystery ‚Was suche ich eigentlich‘ (GC1WCW3) ab und schafften es genau pünktlich, mittags im Hotel anzukommen.

An der Rezeption dann die erste vorsichtige Kontaktaufnahme. „Gehört ihr auch zu … aja, wir auch. Schön.“ Doch das half natürlich nicht richtig weiter. Denn wir wollten natürlich auch wissen, ob es sich bei den Angesprochenen um Geocacher handeln würde oder ob sie als so genannte Muggels das Gewinnspiel gewonnen hätten. Nach und nach begann aber das Eis zu tauen und als sich schließlich Markus Gründel vorstellte, wurde schnell klar, dass es sich um eine bunt gemischte Gruppe aus Noch-Nicht-Cachern, Geocachern mit wenig und welche mit etwas mehr Funden handeln würde. Mit von der Partie waren somit Arnhild aus Buxtehude, deren Sohn leider kurzfristig absagen musste, Nadine und Michael aus dem Sauerland, Sabine und Ralf aus Nürnberg, Kerstin und Mia aus Berlin und unser Familienteam mit Tobi, Moritz und meiner einer.

Auf vielfachen Wunsch einer einzelnen Person – nein, das war dieses Mal nicht ich 🙂 – gab es nach einer kurzen Vorstellung des wirklich empfehlenswerten Kurpark-Hotels  durch Herrn Schwertner vor Beginn des offiziellen Programms erst einmal eine kleine Stärkung.

Ja, und dann blickten im Konferenzraum des Hotels unsere Augen gespannt auf Andreas Niedrig. Ich hatte zwar vorsorglich unsere Sportklamotten eingepackt aber was nun in den knapp zwei Stunden folgen sollte, haute mich buchstäblich fast vom Hocker. Andreas Niedrig hatte nämlich gar nicht vor, unsere Körper mit Leibesübungen ein wenig auf Vordermann zu bringen [Gott sei Dank :-)]. Vielmehr erzählte er uns von seinem neuesten Projekt ‚Traumwärts‚ und auch  in Auszügen seine Lebensgeschichte. Und die hat, glaube ich, nicht nur mich tief beeindruckt und berührt. So berichtete er, wie er es geschafft hat, vom ehemals drogenabhängigen Junkie zu einem der weltbesten Triathleten zu werden. Und wie er heute durch verschiedenste Projekte versucht, dass junge Menschen erst gar nicht so weit kommen, ihr Glück in diesem Teufelszeug zu suchen. Dabei verglich er auch den Leistungssport mit Geocaching, denn beide Aktivitäten setzen bekanntermaßen ja ein klares Ziel voraus, welches man erreichen möchte.

Gerne hätten wir uns auch noch ein wenig länger mit ihm unterhalten. Doch leider drängte seine Zeit ein wenig und so freue ich mich auf die Lektüre seines Buches ‚Vom Junkie zum Ironman: Die zwei Leben des Andreas Niedrig‘, von dem liebenswerterweise jedes Team ein handsigniertes Exemplar von ihm überreicht bekommen hatte. Ganz herzlichen Dank an dieser Stelle noch einmal dafür. Und ein kleiner Trost – der FC Bayern hat an diesem Wochenende auch verloren ;-).

Auch jetzt, noch Tage nach dieser sehr persönlichen Lebensgeschichte, bin ich noch merklich bewegt und dankbar, dass meine beiden Jungs diesen motivierenden Vortrag erleben durften. Ohne Schmarrn, ich hätte mich danach am liebsten aufs Fahrrad geschwungen :-).

Bis zum Abendessen verblieb dann noch ein wenig Zeit, die wir für einen ersten gemeinsamen Geocaching-Ausflug nutzten. Markus hatte genügend Magellans im Gepäck und nachdem diese mit den örtlichen Caches gefüttert waren, ging es auch schon los. In gemütlicher Runde wurden so ein paar Cache bis hin zum Ilsenburger Schloss eingesammelt. Denjenigen, die noch wenig Erfahrung beim Geocachen und im Umgang mit einem GPS-Empfänger hatten, griff Markus dabei hilfreich unter die Arme und durch die Vielzahl der suchenden Augenpaare konnte sich auch keine Dose allzu lange vor uns verstecken.

Nach dem Abendessen hatten wir bis zum geplanten Nachtcache noch etwas Luft. Und während der Großteil der Gruppe sich für das nächtliche Abenteuer ein wenig entspannte, machten wir uns auf den Weg und sammelten ein paar einfachere Tradis und gelöste Mysterys in Ilsenburg ein. Mit seinen Fachwerkbauten ist die Stadt wirklich idyllisch und durch die Caches kamen wir auch an wirklich sehenswerten Stellen (z.B. die Krugbrücke, GC2F8EK) vorbei.

Um 22.00 Uhr hieß es dann: Fertigmachen für den Nachtcache. Mein Vorschlag, den Four Elements (GC2FFX8) zu versuchen, fand volle Zustimmung und mit der hierzu erforderlichen EGCGA (Erweiterte GeoCacher-Grund-Ausstattung) machten wir uns auf den Weg. Bei der ersten Station schien allerdings das vielversprechende Erlebnis bereits zum Scheitern verurteilt zu sein. Hier hatte der Herbst ganze Arbeit geleistet und erst nach schier endlos dauernder Suche konnten wir das gut gemachte Versteck ausfindig machen. Nach und nach kamen dann die im Listing angesprochenen Elemente Erde, Wasser und Luft zur Anwendung; die Station mit dem Feuer ist im Moment zwar leider nicht machbar. Hier hatten wir allerdings die Lösung im Gepäck, die uns der Owner des Caches Zweene vorab auf Anfrage mitgeteilt hatte. Nach knapp zwei Stunden hatten wir dann alle Zahlen zur Ermittlung der Finalkoordinaten zusammen. Allerdings beschlich uns doch eine gewisse Unsicherheit über unser Ergebnis, so dass wir kurzerhand Zweene telefonisch um Rat baten. Dieser korrigierte unseren kleinen Zahlendreher, stattete uns gleich noch mit dem notwendigen Wissen für den Bonus aus und so konnten wir mit dem Fund zweier wirklich toll gemachter Verstecke den nächtlichen Ausflug zu einem erfolgreichen Abschluss bringen.

Zurück im Hotel konnten wir uns über im Konferenzraum in Sektkühlern bereitgestelltes Bier freuen und den Tag bei einem netten Plausch gemütlich ausklingen lassen.

Der nächste Tag begann mit einem ausgedehnten und vorzüglichen Frühstück und für mich ergab sich hierbei die günstige Gelegenheit, mit Markus Gründel kurz über sich und seine Projekte zu plaudern und das Ganze mit dem Mikro aufzuzeichnen. Wenn alles klappt erscheint am 12. Dezember ja auch die 4. Auflage seines Buches „Geocaching – Basiswissen für draußen“. Das ist ein umfangreicher Ratgeber rund ums Thema Geocaching mit u.a. ausführlicher Beschreibung der notwendigen Ausstattung und auch einer umfangreichen Sammlung über die gängigsten Verschlüsselungstechniken, wie man sie zur Lösung von Mysterys ja oftmals braucht. Möglicherweise ist das Buch für den einen oder anderen ja auch noch eine nette Geschenkidee zu Weihnachten ;-).

Frisch gestärkt ging es dann nach draußen. Das Wetter war zwar nicht mehr ganz so schön wie am Vortag, doch es war trocken. Allerdings blies uns ein kräftiger Wind um die Ohren und ich hätte nicht gedacht, dass der simple Standard-Windschutz von unserem Zoom H2 damit doch ganz passabel zurechtkommt. In jedem Fall konnte ich so die Wegstrecken zwischen den einzelnen Caches nutzen, um ein paar Eindrücke von fast allen Teilnehmern auf die Speicherkarte zu bannen.

Unsere sonntägliche Tour begann mit einem Earthcache an der Princess Ilse Quelle (GC23TP8), der sich mit der Entstehung des Ilsetals befasst und führte uns dann zu einem weiteren Earthcache über die Felsenwelt im Ilsenburger Tal (GC2Y7P7), der von der Aufgabenstellung und vom Geländer her ein wenig anspruchsvoller war. Von der Holzbrücke beim nahe gelegenen Dreistein, den wir sehr unkonventionell vermaßen, ging es weiter zur Westernklippe (GC1550X), die knappe 100 Meter höher lag.

Kurz vor Erreichen dieses absolut sehenswertes Aussichtspunktes, bei guten Wetter kann man von hier den Brocken sehen, stolperten wir förmlich noch über einen anderen Cache. Dieser Gesteinshaufen sieht doch genau so aus wie der in einem Mystery-Cache gesuchte versteinerte Frosch (GC15510), dachte ich mir und so war es dann auch. Was dann folgte hätte eigentlich nicht besser laufen können. Während wir unser zufällig mitgenommes Seil zur Vermessung des ‚Frosches‘ um die Steine spannten, tigerte Markus schon los in Richtung des ermittelten Gradwertes. Kurze Zeit später schallte auch schon ein „Ich hab ihn.“ aus dem Wald, was natürlich zu einer sofortigen Einstellung unserer Forschungstätigkeit führte. Bei Markus angekommen, hatte dieser schon die Dose aus dem Versteck geborgen und den Logbucheintrag für uns vorbereitet. Wie er die dem Schatz auf die Spur kam, wird natürlich an dieser Stelle nicht verraten; ich sag mal so: Cacherspürnase :-).

Der anschließende Abstieg zum Hotel führte uns an einem vom Borkenkäfer in Mitleidenschaft gezogenem Waldgebiet vorbei über die Bäumlersklippe, von der sich im Jahr 1752 der Jäger Bäumler in den Tod gestürzt haben soll, nachdem er aus Eifersucht seinen eigenen Sohn erstochen hatte. Diese Familiendrama wurde übrigens von Theodor Fontane in seiner Erzählung „Elternklipp“ verwendet.

Beim Hotel angekommen hieß es dann leider Abschied nehmen. Zwei wundervolle Tage gingen zu Ende, die uns die Schönheit dieses Hobbies wieder einmal bewusst vor Augen führten. Auch konnten wir sympathische Menschen kennen lernen und mit ihnen gemeinsam Spaß haben. Und ich hatte den Eindruck, dass allen das Lebewohl-Sagen ein bisschen schwer fiel. Doch wir versprachen uns ein Wiedersehen in Leipzig im nächsten Jahr und immerhin konnten wir ja diese tollen Erinnerungen in unserem Gepäck mit nach Hause nehmen.

Abschließend möchte ich auch den Organisatoren danken, allen voran Romina Mossyrsch von gateone, durch deren Planung dieses Wochenende am Fuße des Brockens zu einem unvergesslichen Erlebnis wurde.
Und wie oben schon gesagt, wir waren ja bisher schon sehr zufrieden mit unserer Techniker Krankenkasse aber dass sie sich auch auf diesem Gebiet engagieren, gefällt mir natürlich ausgesprochen gut.
Auch werden wir uns bei einer Neuanschaffung eine GPS-Empfängers die Geräte von Magellan mal genauer ansehen; die Dinger sind wirklich chic. Mein besonderer Dank gilt jedoch Andreas Niedrig, den ich an diesem Wochenende kennen lernen durfte und durch den ich inzwischen schon meinen Schokoladenkonsum reduziert habe, zumindest ein klein wenig 🙂 und natürlich Markus Gründel, mit dem ich jederzeit gerne wieder auf Dosensuche gehen würde. Ich würde mich freuen, wenn wir uns mal wiedersehen würden.

Bilder unserer TK-Magellan-Harz-Tour:

Podcast zur Tour:

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3 Kommentare zu Unser TK-Magellan-Gewinner-Wochenende im Harz

  1. Fam.Weiss sagt:

    Jaja der Harz. Ein schönes Fleckchen. Hier hat der männliche Part von uns sehr gute Erinnerungen 🙂 In der Lehrgangszeit auf der OSH sind wir ca. 90km in 2,5 Tagen duch den Harz marschiert. Damals allerdings ohne Geocaches 🙂
    Wir wir gehört haben, hattet ihr auch Euren Spaß und das Wetter war ja auch noch gut 🙂
    Viele Grüße und bis bald mal wieder

  2. zwischenmahlzeit sagt:

    Jepp, die Ausrüstung machte den Unterschied 🙂
    Viele Grüße,

  3. Conveam sagt:

    Mal wieder eine super Folge. Normalerweise höre ich ja nicht solch lange Folgen, aber die Unterhaltung hat mal wieder gestimmt!
    Gut hat mir gefallen, dass ihr die „Newbies“ interviewt habt. Wenn man die so reden hört, dann schätzt man das Hobby und motiviert zugleich.

    Gruß
    Conveam

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