Schnaps, das war sein letztes Wort …

oder wann ist eine Challenge tatsächlich eine Challenge?

Gestern war es wieder soweit, ein sogenannter Challenge-Cache wurde in der Nähe freigeschaltet. „SaSas „Schnapszahlen“ Challenge“ (GC3YA5B) ist der Name, der mich sofort aufhorchen lies. Schnapszahlen-Challenge, da war doch was. Genau. Ebenfalls bei uns in der Nähe liegt nämlich bereits ein anderer Schnapszahlen-Cache. Der „1. Bayrischer Schnapszahlencache – Challenge Cache“ (GC2RV91). Donnerwetter, wie originell, war mein erster Gedanke. Denn die beiden Caches trennen gerade mal rund 25 Kilometer Luftlinie.

Die wesentliche Logbedingung ist bei beiden Caches identisch. Loggen darf derjenige, der eine schnapszahlige Fundzahl erreicht hat. Also z.B. 66, 111 oder 4444 Funde. Zugegebenermaßen gelten bei „SaSas „Schnapszahlen“ Challenge“ auch noch andere Zahlenbesonderheiten bei der Fundzahl, wie Palindromzahlen (121, 9889, 10001, etc.) oder Ambigrammzahlen (69, 9886, 60809, etc.) als erfüllte Logbedingung. Was aber nur die Anzahl der Möglichkeiten erhöht und nicht die Schwierigkeit der Challenge. Trotzdem weist dieser Cache eine höhere D-Wertung auf. Aber das nur am Rande.

Denn, was ist eigentlich eine Challenge? Das Wort selbst bedeutet im Englischen in der Hauptsache Herausforderung, Aufforderung oder Kampfansage. In den Guidelineswird der Begriff Challenge-Cache moderater formuliert. Hier heißt es:

„Ein Challenge-Cache erfordert, dass Geocacher eine oder mehrere Geocaching-bezogene Qualifikation erfüllen, bevor sie den Challenge-Cache loggen können.“

und weiter unten bei Punkt 9:

„Ein Challenge-Cache sollte eher eine persönliche Leistung anerkennen …“

Und genau hier habe ich gedanklich ein Problem mit dem Begriff „Challenge“ im Zusammenhang mit den oben genannten Schnapszahlen-Challenge-Caches. Ist es schon eine besondere Leistung, wenn jemand z.B. 11 Caches gefunden hat? Für jemanden, der gerade mit dem Geocachen angefangen hat vielleicht schon. Auch wenn sich ein derartiges Ergebnis bereits nach einer halben Stunde Geocachen einspielen lässt.

O.k., mit zunehmender Fundzahl wird es schwieriger, die Logbedingung mit einer Schnapszahl zu erfüllen. Bei mir trennen z.B. momentan 1.111 Caches mich bei jeder Stufe. Aber ist das etwas Besonderes, etwas Challengewürdiges? In meinen Augen nicht. Ich sehe bei derartigen Challengetypen keine außergewöhnliche Herausforderung im Sinne des Wortes Challenge. Für mich ist das ein temporäres Zwischenergebnis, welches sich zwangsläufig durchs Cachen ergibt und nicht in irgend einer Form durch mein Verhalten beeinflusst werden muss. Außer, dass ich dann bei Erreichen einer derartigen Fundzahl zu so einem Challengecache hin fahren muss.

Was ich hier ganz klar vermisse, ist die Einzigartigkeit, die Einmaligkeit oder das Außergewöhnliche wie sie z.B. Challenges bieten, bei denen in 24 Stunden alle Bundesländer bereist werden müssen oder das vollständige Füllen der 81er-Matrix. Beispiele hierfür gibt es ja genug, ohne dass ich hier jetzt eine Wertung vornehmen möchte. Aber ich denke, daran wird deutlich, was ich ausdrücken möchte. Für mich jedenfalls sind solche Challenges Beispiele, die durch eine weitere im Internet gefundene Übersetzung des Wortes Challenge gleichstehen: Infragestellung. Auch meine ich, dass bei den obigen Caches die Reviewer besser hätten aufpassen sollen:

„11. Wenn ein Challenge-Cache in einer Gegend gelegt wird, in der ähnliche Challenge-Caches bereits existieren, muss der Cache eine einzigartige Liste von Bedindungen ausweisen (Geocaches, Waymarks, etc.).“

Doch wie ist Eure Meinung dazu? Sind Challenges mit einer nur temporär gültig erfüllten Bedingung tatsächlich richtige Challenges?

Ich jedenfalls genehmige mir jetzt erst einmal einen. Ist ja schließlich genau 11.11 Uhr. In diesem Sinne, Prost!

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Ein Kommentar zu Schnaps, das war sein letztes Wort …

  1. Rumburak67 sagt:

    Chapeux! Gut geschrieben Martin und ich stimme Dir in JEDEM Punkt zu – heder weitere Kommentar wäre hier überflüssig.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.