Geocaching.com und Google Maps – das GC Update vom 14.02.2012

„Wir sind die 0,35%“. So kündigte Groundspeak heute im Rahmen eines Updates den Wechsel auf alternatives Kartenmaterial an. Hintergrund ist die Änderung beim Google Maps Lizenzierungsmodell. Kommerzielle Webseiten, deren eingebetete Karten 25.000 Klicks am Tag übersteigen, müssen nunmehr Gebühren für diesen Service bezahlen.

Laut Google sollten von dieser Neuregelung nur rund 0,35% der Kartennutzer betroffen sein. Geocaching.com liegt allerdings mit weit über 2.000.000 Besuchern pro Tag deutlich darüber und damit klar in diesem kleinen Prozentsatz der betroffenen Seitenbetreiber. Im Hauptquartier von Groundspeak hat man daraufhin die verfügbaren Optionen diskutiert und entschieden, die Abhängigkeit von Google Maps aus Kostengründen zu reduzieren und Maßnahmen zur besseren Integration von OpenStreetMap und Leaflet zu ergreifen. Diese Entscheidung wurde auch damit begründet, dass es nebenbei auch zur Firmenpolitik passen würden, Innovationen und neue Technologien auf diese Weise zu unterstützen.

Vom Charakter her kann OpenStreetMap mit Wikipedia verglichen werden. Das Kartenmaterial ist frei und öffentlich editierbar; jeder kann Daten ergänzen und hinzufügen, wie es schon jetzt Tausende von Freiwilligen weltweit tun. Als Ergebnis werden die Karten ständig verbessert und durch die Geocaching-Gemeinschaft kann nun das verfügbare Kartenmaterial wachsen, während man ’nebenbei‘ Cache sucht :-).

Während OpenStreetMap bei uns schon beinahe in aller Munde ist, ist im Rest der Welt die Mapping-Software noch relativ unbekannt. Doch OSM Karten bieten inzwischen ein gute Alternative, nicht nur bei Straßennaviagtion, sondern auch weil Gebäude und andere Infrastruktur gut abgebildet wird. Selbst Wanderwege sind zum großen Teil schon erfasst.

Wer also jetzt mal einen Blick auf die neuen Karten werfen möchte merkt gleich, dass sich seit 2005 – wohl nicht nur bei Groundspeak – eine ganze Menge getan hat 🙂

 

 

 

 

 

 

 

 
Originaltext zum heutigen Update unter: http://forums.groundspeak.com/GC/index.php?showtopic=290409

Keine Tags für diesen Beitrag.
Dieser Beitrag wurde unter GC-News veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

8 Kommentare zu Geocaching.com und Google Maps – das GC Update vom 14.02.2012

  1. Sendersucher sagt:

    Vielen Dank für den informativen Beitrag!
    Meiner Meinung nach, schießt sich Google damit ins eigene Bein…
    In Augsburg scheinen die OSM-Karten sowieso um einiges besser (aktueller und detailreicher) zu sein, als die von Google.
    So kommt die Umstellung nicht nur uns Cachern zu gute, sondern auch dem OSM-Projekt – DANKE GOOGLE! 🙂

    Gruß Stefan
    (sendersucher)

  2. quirinh sagt:

    „Diese Entscheidung wurde auch damit begründet, dass es nebenbei auch zur Firmenpolitik passen würden, Innovationen und neue Technologien auf diese Weise zu unterstützen.“

    Ach da schau her… Ist mir ja noch nie aufgefallen, dass Groundspeak irgendwas unterstuetzt hat ausser sich selbst. Die Firmenpolitik ist merklich gepraegt vom Ziel der Expansion um jeden Preis.
    Und auch bei dieser „Neuerung“ geht es nur um eines: um das Geld.
    Da es sich vermutlich schon um nennenswerte Betraege handeln duerfte, kann ich das allerdings schon verstehen.

  3. MaSiLu sagt:

    Das einzige Problem was ich da sehe ist, das die Server der anderen Kartenanbieter dem Zugriff von 2.000.000 Zugriffen pro Tag nicht gewachsen sein werden. Alleine gestern nach der Umstellung dauerte bei mir der Aufbau der Übersichtskarte ein Vielfaches von dem, was ich sonst von GoogleMaps „gewöhnt“ war.

  4. Ostnostalgie sagt:

    Ich habe bisher sehr gute Erfahrungen mit OSM-Karten gemacht, wir haben Kartenmaterial für die Burgentour benötigt, da haben wir auf OSM zurückgegriffen. Die waren im Gegensatz zu Garminkartenmaterial oder Googlemaps sehr detaliert. Alle Wanderwege waren verzeichnet, jeder einzelne sogar mit Schwierigkeitsgrad angegeben. Das hat uns sehr geholfen diesen Wahnsinnscache.

    Grüße

    Ostnostalgie

  5. schlaatz sagt:

    Ich kann den Argumenten nicht folgen. Erstmal ist OSM bei weitem nicht so innovativ wie sie sein wollen. Mir fehlen eindeutig die Sat Karten! Zum 2. frag ich mich eben was mit meinen 1,73 €/Monat gemacht wird. den Speicher den ich belege kostet sicher nicht soviel, also sollte Geld für Google Maps da sein. Wenn das weiter so geht wird am Ende Werbung im Listing stehen und wir gehen wieder mit einer Karte und nem Kompass los! Das kanns ja wohl nicht sein.

  6. sackboys sagt:

    Ich bin keine Premium Member bei Groudspeak und so kann ich diese Entscheidung gut nachvollziehen. Es wird dem OSM Projekt bestimmt weiterhelfen um noch besser zu werden. Außerdem wird uns nur „Open Source“ vor der totalen Überwachung bewahren. Es müssten sich allerding mehr Menschen dafür begeistern. Das passiert nun dank Google auch beim Cachen.
    Allerdings finde ich auch das Argument von „schlaatz“ nicht falsch. Wer bei Groundspeak als Premium Member bezahlt, sollte auch Google Maps nutzen können.
    Vielleicht kann Groundspeak hier über den Account eine Differenzierung vornehmen!
    Dann sind wir alle glücklich 🙂

  7. Sendersucher sagt:

    Das Groundspeak nicht einfach von Google Maps zu Bing Maps von Microsoft wechselt, hat wohl auch den Grund, dass man bei gewerblicher Nutzung eine Volume-License-Vereinbarung abschließen und dafür dann auch was abdrücken muss.
    Bei Bing Maps gibt es z.B. schöne Luftaufnahmen (Vogelperspektive) und Streetside, was mir persönlich lieber wäre, als zurück zu Google Maps für Premium Member!

  8. bulldraga sagt:

    aber das beste an der änderung ist: bei pocketqueries wird endlich wieder nur das dargestellt, was wirklich im querry ist! und damit kann man endlich wieder sinnvoll high-value-target touren machen :-))))

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.