Petzl NAO – Die intelligente Stirnlampe fürs Geocachen

Als ich in der letzten Ausgabe des Kletterblatts eine Anzeige über die neue Stirnlampe von Petzl sah, war ich sofort hin und weg. Warum? Ganz einfach; die Form des Lichtkegels und die Leuchtstärke dieser Lampe soll sich der Beschreibung nach der jeweiligen Umgebungssituation anpassen. Also ideal zum Geocachen, oder?

Freundlicherweise durfte ich mir bei der Firma Krah, die für den Deutschland-Vertrieb der Petzl-Produkte zuständig ist, ein Exemplar der neuen Petzl NAO zum Testen ausleihen. Und was die Lampe tatsächlich so kann, das möchte ich nun in diesem kleinen Erfahrungsbericht wiedergeben.

Aufbau und Funktion der Lampe

 

Die Lampe selbst ähnelt logischerweise in der grundlegenden Konstruktion weitestgehend den üblichen Stirnlampen. Dennoch gibt es ein paar durchdachte Details, die ich hier heraus heben möchte.

Da ist zunächst das mit einem Schnellverschluss flexibel einstellbare Kopfband. So etwas kennt man beispielsweise ja schon von Kapuzenbändern oder Schnürsenkeln. Eine Größenanpassung ist dadurch schnell vollzogen, wenn man zum Beispiel die Lampe mal über einer Mütze oder einem Helm tragen möchte. Ich war auch überrascht, dass die runden Riemen trotz ihrer relativ dünnen Ausführung einen insgesamt sehr angenehmen Tragekomfort der Lampe ermöglichen.

Hinten am Kopfband ist, wie bei vielen anderen Stirnlampen auch, der Akku-Pack befestigt. Als Spannungsquelle dient ein, mit einem Stecker ausgerüsteter 18650-Li-Ion-Akku, der über einen am Gehäuse vorhandenen USB-Anschluss direkt geladen werden kann. Wie, eine Stirnlampe mit USB-Anschluss? Genau. Denn hier gibt es eine weitere Besonderheit zu ent-decken. Über den USB-Anschluss lässt sich nämlich die Lampe mit einem Computer (Mac oder Windows-PC) verbinden und es kann über eine spezielle Software (OS by Petzl) ein individuelles Benutzerprofil für die Lampe eingestellt werden. Leider war diese Software zum Testzeitpunkt noch nicht für die Petzl NAO angepasst, so dass ich hier nicht näher darauf eingehen kann. Dies soll aber mit Verfügbarkeit der Lampe im Handel Anfang Juli erfolgen.

Wie ich oben schon geschrieben habe, ist der mit einem Stecker versehene Li-Ion-Akku im Akku-Pack eingelegt. Was macht man also nun, wenn der Akku mitten im tollsten Nachtca-che leer ist? Auch hier haben die Konstrukteure der Petzl NAO clever mitgedacht. Nach Öffnen des Gehäuses kann der Akku einfach abgesteckt und entnommen werden und es klappen sodann zwei Kontaktbleche in die nun leere Akkuwanne, so dass sich anstelle des Akkus zwei AAA-Batterien einlegen lassen. Es kann auf diese Weise also recht schnell weiter gehen.

Das Hauptmerkmal der Petzl NAO ist jedoch das intelligente LED-Licht. Reactive Lightning nennt sich diese neue Technologie und ermöglicht über einen Lichtsensor eine individuell auf die Umgebung abgestimmte Anpassung des Lichtkegels und der Lichtstärke. Das bedeutet einen breiten Lichtkegel für die Ausleuchtung im Nahbereich, z.B. beim Lesen eines Listings und einen fokussierten Lichtkegel für die Fernsicht, um z.B. den nächsten Reflektor an einem Baum entdecken zu können. Gleichzeitig erfolgt auch eine Helligkeitsregulierung des Licht-strahls, je nachdem, wie viel Licht auf den Sensor zurück reflektiert wird. Und wie ich fest-stellen konnte, funktioniert die Anpassung quasi ohne Verzögerung und ist sehr angenehm für das menschliche Auge.

Über einen rechts am Lampenkopf angebrachten, gut bedienbaren Multifunktionsschalter lässt sich aber auch ein konstanter Lichtstrahl einstellen. Hierbei sind, wie auch in der reaktiven Funktionsweise, zwei Helligkeitsabstufungen möglich. Der Wechsel zwischen den einzelnen Modi ist äußerst intuitiv und über den Schalter sehr schnell möglich.

Als wesentlichen Vorteil nennt Petzl den durch die reaktive Technologie möglichen geringeren Stromverbrauch, was zu einer längeren Einsatzdauer der Lampe mit einer Akku-Ladung führt. Die genaue Betriebsdauer in diesem Modus haben wir zeitlich zwar nicht festgehalten, jedoch hielt die Lampe problemlos beim legendären Schatz der Ulmer durch, für den wir rund 8 Stunden brauchten. Im direkten Vergleich machte hierbei die LED-Lenser H14 als erstes schlapp und auch die Fenix H11 war am Final schon kurz vor dem Ausgehen, als bei der Petzl NAO noch zwei der drei Ladekontroll-LEDs leuchteten.

Technische Daten

Sehr übersichtlich bestätigt diese persönliche Erfahrung über die Leuchtdauer auch die nachfolgende Grafik, die auch Informationen über die Lichtstärke und die Reichweite der 187 Gramm schweren und nach IP X4 bis 30 cm wasserdichten Petzl NAO zeigt:

Fazit

Ehrlich gesagt fiel es uns schwer, die Lampe nach unserem Test wieder zurückzusenden. Meiner Meinung nach ist sie derzeit die technisch beste Stirnlampe auf dem Markt. Mit der innovativen Reactive Lightning Technologie passt sie sich idealerweise und verzögerungslos in der Lichtstärke und Leuchtkegelform den jeweiligen Umgebungsbedingungen an und hat auch im praktischen Einsatz beim Geocaching voll überzeugt. Der Multifunktionsschalter ist gut erreichbar und nach wenigen Klicks hat man die Funktionsweise verstanden. Zudem lässt er sich auch mit Handschuhen gut bedienen.

Einziger Wermutstropfen ist leider der Preis. Mit rund 150 € (EVP) ist die Lampe doch sehr teuer und eben auch hier entsprechend exklusiv :-).

Anfang Juli ist die Lampe verfügbar und kann im gut sortierten Fachhandel erworben werden. Ganz herzlichen Dank an dieser Stelle noch einmal fürs Testen dürfen.

Produktvideo Petzl NAO

http://www.petzl.com/de/outdoor/stirnlampe/nao/video

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