Alles .: schwammerl :. ? Oder wie man einen Mystery (nicht) löst

Der erste Gedanke, als ich dieses Rätsel (GC3XQD5) sah war: „Oh nein, Pilze. Ich mag doch keine Pilze!“ Und damit wurde das Rätsel am Abend erst einmal weggelegt. Kurz vor der heutigen Mittagspause dann ein vermeintlich blitzgescheiter Gedanke. Es gibt doch Pilzberatungsstellen. Und auch eine in München. Und die hat mittags sogar offen. Na, dann mal nix wie dahin. Die müssen es ja schließlich wissen. So, jetzt mal Hand aufs Herz. Wer war denn schon einmal in einer Pilzberatungsstelle? Na? Ich auch nicht.

Denn hätte ich vorher schon gewusst, was sich in der folgenden guten halben Stunde dort abspielen sollte, hätte ich mir lieber eine ordentliche Zwischenmahlzeit gegönnt. Da kann ich ja auch nix für. Doch nun zurück zu der Pilzberatungsstelle. In der Stadtinformation am Marienplatz ist die untergebracht und wie ich da in den hintersten Winkel des Raumes vorgedrungen war, schwante mir schon nichts Gutes. Umringt von einer Schar durchwegs (noch) älterer Mitbürger saß an einem Tisch eine mir durchaus kompetent erscheinende Dame. Ich sag jetzt mal nix über deren Alter aber sie passte durchaus zum vorhandenen Zielpublikum. Mich jetzt mal ausgenommen.

Vor mir stand eine ebenfalls der Jugend bereits enthuschte Frau, die aus ihrem Korb der Reihe nach einzelne Pilze hervorholte und der auskunftsfreudigen Pilzberaterin präsentierte. Die wusste bestens über jedes Stück Bescheid, kannte augenscheinlich auch die vorgeführten Exponate mit lateinischem Namen und falls ausnahmsweise mal nicht, schlug sie in einem dicken Wälzer nach. So weit so gut. In jedem Fall wähnte ich mich zu diesem Zeitpunkt noch gut aufgehoben.

So verrannen die Minuten und der Korb der Dame wurde langsam leerer. Als die wissbegierige Frau endlich fertig wurde, hob ich an, um mein Begehr vorzutragen. Doch ich hatte die Rechnung ohne einen älteren Herren neben mir gemacht. Dieser schob sich einfach vor mich und packte ebenfalls seine im Wald gefunden Gegenstände aus. Pilze konnte man die auch nicht mehr nennen, denn wie er selbst anmerkte, lagerten sie schon längere Zeit bei ihm zu Hause. So versuchte er zu beschreiben, dass die eigentlich mausgraue Kappe ursprünglich mal leuchtend rot gewesen sein und eine schöne Musterung besaß. Trotzdem wurde auch hier geduldig Auskunft erteilt.

Interessant fand ich in diesem Zusammenhang das Verhalten der anderen. Bei jedem Pilz, der auf den Tisch zur Begutachtung aufgelegt wurde, gingen alle Köpfe zusammen und beinahe ehrfürchtig wurde die Stücke ausgiebigst betrachtet. Bemerkungen, wie „den habe ich auch letzte Woche gegessen.“ wurden quittiert mit „dann wären sie jetzt aber schon im Krankenhaus“ und so ging das munter weiter. Alle schienen irgendwie Bescheid zu wissen, oder auch nicht. Der einzig völlig Ahnungslose, und das gebe ich an dieser Stelle auch unumwunden zu, war eindeutig ich. Auch meine hilfesuchenden Blicke, ob mir nicht ein anderer Kundiger weiter helfen würde können, bleiben unbeantwortet. Zu sehr war das ganze Geschehen auf die Pilzexpertin fixiert.

Doch dann kam er, mein großer Auftritt. Ich durfte die Pilzheilige mit meinem mir inzwischen mickrig vorkommenden Ansinnen ansprechen. Vorsichtig bereite ich meine Ausdrucke vor ihr aus, erklärte ihr, worum es in groben Zügen ging und erwartete huldvoll ihre Antwort. „Mei, die Bilder sind ja von keiner guten Qualität. Da kann man eigentlich nix sagen. Brauchens denn den lateinischen Namen oder den deutschen? Wissens, der deutsche schwankt ja von Region zu Region.“ Es folgten natürlich zur fachlichen Untermauerung ein paar Namen von Pilzen, die ich inzwischen natürlich wieder vergessen habe. Ernüchterung machte sich bei mir breit.

Unvermittelter Dinge mischte sich dann auch noch jemand aus der Publikumsfraktion „Seniorenclub“ mit ein. Schimpfte auf ein gefährliches Halbwissen, was da entstünde und schien mir auch sonst nicht sehr positiv gesonnen. Mein Einwand, dass ich die Ausdrucke ja nicht essen wollte und auch schon mit dem Halbwissen ganz zufrieden wäre, förderten nicht die weitere Kommunikation.

Ich zog es also vor, langsam den geordneten Rückzug anzutreten. Ein anderer Herr hatte offenkundig Mitleid mit mir und wollte wissen, wie denn das mit dem GPS funktionieren würde. Ich erklärte ihm das und er fand die Idee ganz spannend. Na, wenigstens weiß jetzt einer etwas mehr. Ich leider nicht 🙁 In diesem Sinne, weiterhin viel Spaß beim Pilze essen.

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Ein Kommentar zu Alles .: schwammerl :. ? Oder wie man einen Mystery (nicht) löst

  1. S-Man sagt:

    Schöne Geschichte und ich muss sagen, eine super Lösungsidee!

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